Männer schauen über den Tellerrand ihres Lebens ..

 

Ein Text erfunden, entworfen und geschrieben von Detlef Springob

Der Sauerländer Mann.

Die sauerländischen Männer sind etwa so gestrickt, wie auch die Gegend, also die Landschaft des Sauerlandes.

Etwas flach, was die mitreißende Aussprache (Woll) und den Unterhaltungswert angeht, aber es gibt auch die Rackertypen, die im Schweiße ihres Angesichtes sehr impulsiv, stattlich und groß gewachsen, aber mittendrin im Leben und mit beiden Beinen auf der Erde stehen, so ein Mix aus harmonischer Geselligkeit bis zur völligen Unverträglichkeit. Alles ist vertreten.

Aber der Sauerländer hat keineswegs durchgehend schlechte Eigenschaften. Fast alle Männer, die in der Gegend der tausend Berge, der vielen Flüsse und südlich der großen Städte ihr zuhause haben, sind ruhige aber für das normale Leben gut zu gebrauchende aktive und mitdenkende Landsleute. Das „südlich der großen Stadt“ hat uns wahrscheinlich auch den Namen   gegeben. „Südlich“ Süderland, vom Ruhrpott und auch süderlich von Köln und Münster da an den großen vielen Seen, da im Süderland bei den Kalkfelsen, da wohnen diese Männer und rechtschaffenden Frauen. (So ein bisschen wie die Gallier) mit dem Unterschied, das hier fast jeder ein bisschen Obelix, und die anderen ein bisschen wie Asterix sind.

Sie werden zwar leicht belächelnd von den Städtern und vor allem von den Flachlandrömern aus den Rheinischen Gefilden. Der Unterschied zwischen einem Sauerländer und einem Rheinländer ist gewaltig groß. Der Sauerländer lebt etwas zurückgezogen und ist manchmal etwas karg von seinen verbalen Versprechen her. Er sagt und verspricht maximal nur das, was er auch garantiert halten und realisieren kann. Das ist bekanntlich bei den Rheinländern etwas anders. Die regen sich lange nicht so viel auf über Gott und die Welt und die Fisematenten des Lebens, wie das der Sauerländer tut. Bei denen heiß es ja seit hunderten von Jahren, „Et is wie et is, Et kütt wie et kütt, Et hätt noch immer jot jejangen. Man spricht im Sauerland nicht sehr viel über die Probleme der Welt, darüber ob wir gemeinsam etwas ändern können? Darüber noch viel weniger. Aber man regt sich doch mehr auf als wo anders. Das kann auch am den vielen schietrigen Regentagen und einer anderen Temperatur als in den Ballungszentren um uns herum liegen.

Hintergrund hat der Sauerländer jedoch viel. Er ist ein schlauer, bedächtiger Typ mit Verstand und auch geheimen Witz, den man bei genauer Betrachtung sogar entdecken und auch schätzen kann. Der Mann aus der sauerländischen Region kann auch lachen. Das ist bei einigen Männertypen besonders zu beobachten wenn es auf Karneval zu geht. Viele glauben, dass der Karneval von den Rheinländern oder Hessen gepachtet worden ist. Fehlanzeige, die Sauerländer übertreffen da in vielen Dingen. Vor allem dann, wenn er etwas Schnaps und Bier intus hat. Manchmal gröhlt und beömmelt sich der Sauerländer über einen Witz, den ein Rheinländer gar nicht als Witz erkennt. Aber genau das macht es aus. Ein Rheinländer kauft sich die Rosen für den Karnevalswagen. Ein Sauerländer dreht die Rosen selber. Damit, sind eine große Einstellung und viele Lebens- und Verhaltensweisen völlig erklärt. Darum finden diese beiden Menschenschläge auch nicht so hundertprozentig zusammen. Wir sind eher etwas wir die Ruhrpötter. Nicht der polnische Einschlag des Ruhrgebietes, nein eher der ostwestfälische Trend. Da gibt es ganz viele gleiche Verhaltensweisen. Da gibt es sogar Bewunderung auf beiden Seiten der Demarkationslinie -Ruhr. Stopp. (Der Streit um eine ehem. Grenzbastion ist noch nie endgültig geklärt worden. Hagen will der Kopf, der Eingang, das Tor zum Sauerland sein, so sagen es zumindest die Hagener. (Wenn es dann aber wieder öffentliche Gelder fürs Ruhrgebiet gibt, dann will sich Hagen unbedingt zum Ruhrpott zählen.) Da wir auch die Schweizer des Nordens genannt werden könnten wir ja auch eine Bewohner Umfrage machen um den Grenzstreit und das rumfentern ein für allemal zu schlichten. Keine weiteren Bemerkungen! Zurück zum eigentlichen Sauerland.

Gradlinige Denkweisen, richtiges Verhalten, Sympathie und gegenseitige Akzeptanz sind im Land des reinen Hochdeutsch (außer Woll) geläufig. Etwas unterscheidet den Volksstamm der preußischen Bayern noch von den Ruhrpöttern. Die alten Traditionen, die der sauerländische Mann, über das ganze Jahr schön verteilt, im Sauerland pflegt, sind ihm sehr wichtig und fast alle Männer machen da auch mit. Das ist woanders, vor allem in den Lutherischen Landkreisen nicht immer mehr so. Auf jegliche Traditionen ist der Mann der tausend Berge stolz. Feste, kann er feste Feiern. Viele Flüsse und Seen prägen auch seit Urzeiten den Charakter des Sauerländers. Das etwas Archetypische Wesen eines gewachsenen Mannes aus dem Sauerland hat auch was Handfestes. Verlässlich, durchsetzungsstärke, direkt, achtsam und ausdauernd, ja so ist er, der Süderländer zwischen Schiefergebirge, Waldeck, Rhein, Ruhr, Lippe und Sieg. Die etwas eigene Sprache, oder besser ausgedrückt, die heimlichen wertenden Namen für bestimmte Dinge oder Zustände sind ein bemerkenswerter Grund genauer zu zu hören.

Denn es gibt aus dem Platt stammende Worte, die sauerländische „Woll“ Grammatik, wo nicht alle Begriffe abwertend anderen Menschen gegenüber gemeint sind. Nein es gibt auch neutrale, fast liebevolle Worte. Beispiel: Füße heißen bei uns Mauken, Hose, heißt bei uns Buchse, einige Zugezogenen Mitbewohner bezeichnet man hier nett, aber ein Leben lang als Buiterling, Rheinische Frohnaturen als Schmandfurt oder schnöggeliger Twerspraaken. Usw. Usw.

Der heutige moderne Sauerländer unterscheidet nicht mehr ob er aus dem katholisch geprägten Herzogtum kölnischen Sauerland, oder dem protestantischen Grafschaft Mark, dem Märkischen kommt. Heute ist der Sauerländer ein Vorbild für den europäischen gemeinschaftlichen Gedanken. Auch hat er mehr Zivilcourage als viele andere Zeitgenossen aus den Nachbarprovinzen. Da spürt man auch deutlich, das von den Bayern als preußisch abgestempeltes, tugendhaftes, strebsames Verhalten im Sauerländer. Er beobachtet seine Nachbarn oft ohne überschwängliche Bemerkungen, aber er beobachtet, passt auf, ist still und wertet heimlich. Trotzdem passt er mit seiner verlässlichen und arbeitswilligen Art sehr wohl und ich finde besonders gut in das heutige Industriezeitalter. Viele der besten Firmen, die in der Liga der Top- Firmen dieser Welt geführt werden, stammen aus und arbeiten im Sauerland. Das allein ist ein Merkmal, dass den Sauerländer Mann und auch die sauerländische Frau auszeichnet. Strebsamkeit, Fleiß und Pünktlichkeit sind seine Hauptattribute. Er sucht sein persönliches Heil oft in der Arbeit, ist aber trotzdem, wenn er dann nach Hause kommt noch ein guter Vater und auch ein gesellschaftlich sozial engagierter Typ. Facit:

Es könnten viel mehr Menschen auf dieser Welt sich einen solchen Menschenschlag wie den Sauerländer als Vorbild nehmen! Woll     Detlef Springob